Nicht jeder Stress macht Lärm

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Stress ist ein Wort, das heute ständig benutzt wird.

„Ich habe Stress.“

„Heute ist alles stressig.“

„Ich komme zu nichts.“

Doch nicht jeder Stress sieht gleich aus.

Da gibt es die Menschen, die hektisch werden. Die reden schneller, sind ständig unterwegs und erzählen jedem, wie viel sie gerade zu tun haben.

Und dann gibt es die anderen.

Die werden still.

Die lächeln noch.

Die funktionieren.

Wenn man sie fragt, wie es ihnen geht, sagen sie: „Gut.“ „Passt schon.“ „Muss ja.“

Und genau die werden oft übersehen. Vielleicht sogar von sich selbst.

Denn nicht jeder Stress macht Lärm.

Mancher Stress macht leise.

Die meisten Menschen denken bei Stress an Zeitdruck. An einen vollen Terminkalender. An zu viel Arbeit.

Doch Stress kann auch etwas ganz anderes sein.

Eine Sorge, die ständig im Hintergrund läuft. Verantwortung. Trauer. Unsicherheit. Ein Konflikt. Oder einfach das Gefühl, immer stark sein zu müssen.

Das Schwierige daran ist:

Wir gewöhnen uns an vieles.

Anfangs merken wir noch, dass uns etwas belastet.

Dann wird es Alltag.

Und irgendwann fällt uns die Belastung selbst gar nicht mehr auf.

Nur die Folgen.

Der Nacken wird fest.

Die Schultern verspannen sich.

Der Rücken schmerzt.

Der Schlaf wird schlechter.

Die Geduld kürzer.

Die Energie weniger.

Und dann beginnt die Suche.

Vielleicht brauche ich ein neues Kissen.

Eine andere Matratze.

Mehr Magnesium.

Mehr Bewegung.

Und manchmal liegt die Ursache tatsächlich dort.

Aber manchmal frage ich mich:

Ist es wirklich nur der Nacken?

Oder tragen wir vielleicht schon viel zu lange etwas mit uns herum?

Ich finde es spannend, wie wir über Belastungen sprechen.

„Das sitzt mir im Nacken.“

„Ich habe die Last auf meinen Schultern.“

„Ich kann das nicht auch noch tragen.“

Diese Redewendungen kommen ja nicht von ungefähr.

Vielleicht beschreiben sie manchmal ziemlich genau, was wir erleben.

Vielleicht versucht unser Körper uns längst etwas zu sagen, während wir immer noch versuchen weiterzumachen.

Nicht umsonst erleben viele Menschen in körperorientierten Methoden wie Holistic Pulsing zum ersten Mal seit Langem, wie es sich anfühlt, nichts leisten zu müssen.

Einfach nur da zu sein.

Ohne etwas erreichen zu müssen.

Ohne etwas wegmachen zu müssen.

Vielleicht ist die Lösung nicht das nächste Müssen.

Vielleicht ist die Lösung das Ende vom Müssen.

Du darfst müde sein.

Du darfst erschöpft sein.

Du darfst dich ausruhen.

Kerstin Schneider

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